Mehr Teilhabe für einen besseren Kapitalismus - 65 Jahre Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung - AGP

[Kassel, 23. Oktober 2015]
Im Oktober 2015 feiert der Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung - AGP sein 65-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums betont Geschäftsführer Dr. Heinrich Beyer die Aktualität der Gründungsziele der AGP: „Nicht zuletzt durch das Auseinanderdriften der Vermögen schwindet die Zustimmung zu unserem Wirtschaftssystem. Durch die Teilhabe der Arbeitnehmer am Kapital der Unternehmen erhalten auch breite Schichten der Bevölkerung die Chance, vom Erfolg der Wirtschaft zu profitieren und Vermögen aufzubauen. In einer solchen Gesellschaft von Teilhabern, wie sie den AGP-Gründern vorschwebte, könnte diese Ungleichheit verringert werden“, so Beyer.

Der Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung wurde im Oktober 1950 von einer Unternehmergruppe um den Textilfabrikanten Gert P. Spindler als Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Partnerschaft in der Wirtschaft (AGP) gegründet. Anliegen der Gründer war es, durch Mitwirkung, Mitverantwortung und finanzielle Beteiligung der Mitarbeiter am Gewinn und am Kapital der Unternehmen eine Gesellschaft von Teilhabern als „dritten Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus” zu etablieren.

65 Jahre nach der Gründung der AGP stellen die Deutschen ihr Wirtschaftssystem zwar nicht mehr in Frage. Dennoch zeichnet sich unter der glänzenden Oberfläche des deutschen Wirtschaftsbooms ein zunehmendes Unbehagen mit dem bestehenden System ab. Schon vor zwei Jahren bezeichneten in einer Allensbach-Umfrage 70 Prozent der Deutschen die wirtschaftlichen Verhältnisse als unfair. Studien der Bertelsmann-Stiftung skizieren ein ähnliches Bild der Unzufriedenheit mit dem Status Quo. Die Bürger wünschen zwar kein neues System, aber eine nachhaltigere, sozialere Form.

Eines der Themen, das die Deutschen dabei bewegt, ist das Auseinanderdriften der Einkommens- und Vermögensverhältnisse, das durch die derzeitige Niedrigzinsphase noch verschärft wird. Zwar ist der Trend der ungleichen Einkommensentwicklung immerhin gestoppt. Bei der Vermögensbildung und Vermögensverteilung ist dies jedoch nicht der Fall. Die reichsten zehn Prozent der Deutschen besitzen 60 Prozent aller Vermögenswerte. Dabei sind es vor allem die Vermögenszuwächse aus Unternehmensbeteiligungen, wie Aktien und Fonds, die die Schere weiter auseinander gehen lassen.

„Diese Entwicklung macht deutlich, dass Vermögen nicht allein durch Einkommen geschaffen werden kann. Erst wenn breite Schichten der Bevölkerung an den Gewinnen und am Wertzuwachs der Unternehmen und der Wirtschaft teilhaben, kann diese Ungleichheit verringert werden. Die Idee einer Gesellschaft von Teilhabern - eines „shared capitalism“ - ist somit heute noch so aktuell wie zur Gründung der AGP. Wirtschaft und Politik sollten dies erkennen und angemessene Rahmenbedingungen für eine Stärkung der Vermögensbildung und der Mitarbeiterbeteiligung schaffen. Die AGP wird dazu weiterhin ihren Beitrag leisten“, so der AGP-Geschäftsführer.


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Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung - AGP