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Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2017

In Anbetracht der ungleichen Verteilung der Vermögen in Deutschland ist es dringend geboten, vor allem kleinen und mittleren Einkommensgruppen über die Kapitalbeteiligung eine relevante Vermögensbildung zu ermöglichen. Mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 hat es den Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung daher interessiert, wie die großen Volksparteien zu den Themen Mitarbeiterbeteiligung und Vermögensbildung stehen. Wir haben dazu Anfang August Wahlprüfsteine versendet und die Parteien gefragt, welchen Stellenwert sie den Themen beimessen und welche Maßnahmen sie zur Förderung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung unterstützen würden. Die Antworten der Parteien haben wir Ihnen zusammengestellt. Die SPD teilte uns mit, dass sie unsere Anfrage aus zeitlichen Gründen nicht beantworten konnte. Wir beziehen uns daher auf die Antworten, die die Sozialdemokraten dem Deutschen Aktieninstitut auf deren Wahlprüfstein zur Mitarbeiterbeteiligung übermittelt haben. Von der AfD haben wir keine Antwort erhalten.

>>Die Antworten der Parteien finden Sie hier [88 KB]

Österreich plant Gesetz für Mitarbeiterstiftung

Künftig soll es in Österreich eine neue Form der betrieblichen Privatstiftung – die Mitarbeiterbeteiligungsstiftung – geben. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf haben SPÖ und ÖVP Mitte Juni in den Finanzausschuss eingebracht. Aktien von Mitarbeitern sollen mit dem neuen Gesetz gesammelt in eine Mitarbeiterstiftung übergeben werden können. Bisher dürfen Aktien nur direkt an die Mitarbeiter ausgegeben werden und nicht an eine Stiftung. Bei bestehende Mitarbeiterstiftungen, wie bei der Voestalpine, musste dies bislang mit einer aufwendigen Konstruktion gelöst werden.

Der Entwurf sieht vor, dass für die Dauer der Betriebszugehörigkeit die Stiftung die Aktien der Mitarbeiter treuhänderisch verwaltet. Die Stimmrechte werden einheitlich ausgeübt. Dividenden werden an die Belegschaft weitergeleitet und stellen bei ihnen Kapitalerträge dar. Erst bei einer Kündigung oder der Pensionierung des Mitarbeiters werden die Wertpapiere an den Mitarbeiter übergeben, sodass er diese an der Börse verkaufen kann. Vom Unternehmen an die Stiftung zugwendete Aktien sollen laut Gesetzesinitiative beim Unternehmen als Betriebsausgaben abzugsfähig sein.

Steuerlich soll die Mitarbeiterstiftung stärker begünstigt werden, als die individuelle Übergabe von Belegschaftsaktien. Diese sind zurzeit in Österreich bis zu einem Wert von 3.000 Euro von Lohnsteuer und Sozialbeiträge befreit. Erfolgt die Übergabe künftig im Rahmen einer Mitarbeiterstiftung, sollen die Belegschaftsaktien von bis zu 4.500 Euro jährlich von Abgaben befreit sein. Das Gesetz soll 2018 in Kraft treten.

Rückblick AGP-Tagung in Berlin

Mitarbeiterbeteiligung am Kapital der Unternehmen steht für das Prinzip der Eigenverantwortung und Freiheit im Sinne Ludwigs Erhards, unterstützt den Einstieg in die Aktienorientierte Altersvorsorge und ermöglicht bei zunehmender Bedeutung der Kapitaleinkünfte auch in Zukunft Wohlstand für alle. Zu diesem Ergebnis kamen Roland Tichy, Professor Dr. Hilmar Schneider, Hans-Jörg Naumer und Dr. Norbert Kuhn auf der Tagung „Mehr Teilhabe am Kapital der Wirtschaft“ in der Siemens Hauptverwaltung in Berlin, zu der der Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung – AGP am 10. Mai 2017 eingeladen hatte. Um die Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland stärker zu fördern, appellierte Georg Geberth, Director Global Tax Policy von Siemens, für einen höheren Steuerfreibetrag für Mitarbeiter sowie für eine rechtsichere Regelung für die steuerliche Abziehbarkeit für Unternehmen. Die unsichere steuerliche Behandlung der Mitarbeiterbeteiligung mahnte auch Dr. Rolf Leuner von Rödl & Partner an. Immer wieder gäbe es Fälle, bei denen eine abweichende Haltung gegenüber einer langjährigen steuerlichen Bewertungspraxis der Mitarbeiterkapitalbeteiligung eingenommen würde, so der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

>>Tagungsbericht [864 KB]

Positionspapier zur Bundestagswahl 2017

Die Mitarbeiterbeteiligung am Kapital der Unternehmen eröffnet breiten Schichten der Bevölkerung die Teilhabe am Erfolg der Wirtschaft und leistet dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Vermögensbildung. In seinem heute veröffentlichten Positionspapier zur Bundestagswahl fordert der Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung die Parteien auf, sich in ihren Wahlprogrammen für eine stärkere Förderungen der Mitarbeiterkapitalbeteiligung und der Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand einzusetzen. "Wenn wir vermeiden wollen, dass weiterhin nur eine kleine Bevölkerungsgruppe als Eigentümer von Unternehmen und Kapital unmittelbar vom Erfolg der deutschen Wirtschaft profitiert, müssen wir die Beteiligung breiter Bevölkerungskreise am Kapital stärker fördern“, betont Dr. Heinrich Beyer, Geschäftsführer des Bundesverbands Mitarbeiterbeteiligung.

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Storck ist AGP-Sterne Preisträger 2017

Die August Storck KG wurde am 10. Mai für ihr beispielhaftes Beteiligungsprogramm für Mitarbeiter mit dem Partnerschaftspreis des Bundesverbands Mitarbeiterbeteiligung, den „AGP Sternen 2017“, ausgezeichnet. Tobias Viering, Geschäftsführer Neue Storck-Mitarbeiter-Beteiligung GmbH, nahm den Preis im Rahmen der Tagung „Mehr Teilhabe am Kapital der Wirtschaft“ in den Räumen der Siemens AG in Berlin entgegen. Mit einer Beteiligungsquote von fast 100 % und einer Beteiligungssumme im zweistelligen Millionenbereich zählt das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm von Storck zu einem der eindrucksvollsten in Deutschland. „Für Storck ist die Mitarbeiterbeteiligung neben einer Vielzahl weiterer sozialer Leistungen ein wesentlicher Baustein, mit dem sie ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern ausdrückt. Dass sie diese Verantwortung ernst nimmt, liegt vor allem daran, dass sie in dem gelungenen Zusammenspiel vieler Menschen mit unterschiedlichen Talenten einen der Gründe für den Erfolg des Unternehmens sieht“, begründete Dr. Paul Reuter, 1. Vorsitzender der AGP, die Entscheidung des aus Unternehmern und Experten besetzten AGP Vorstands für die Auszeichnung.

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DAI: Mitarbeiteraktien stärker fördern

In seinem Positionspapier zur Bundestagswahl 2017 hat das Deutsche Aktieninstitut die Parteien aufgefordert ein klares Zeichen für Aktien in ihren Wahlprogrammen zu setzen. Aktien seien als Finanzierungsinstrument für Unternehmen unverzichtbar und unterstützten den Vermögensaufbau der Deutschen, so das Deutsche Aktieninstitut. Da für viele Belegschaftsaktionäre die Mitarbeiteraktie der erste Kontakt überhaupt mit der Anlageform Aktie sei, fordert das Deutsche Aktieninstitut unter anderem attraktivere steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterbeteiligung. Im internationalen Vergleich nutze Deutschland die Kapitalbeteiligung in Arbeitnehmerhand unzureichend als Instrument der Vermögensbildung. So verhindere der aktuelle Rabatt von 360 Euro, den Unternehmen ihren Arbeitnehmern bei der Ausgabe von Mitarbeiteraktien gewähren können, oftmals die Beteiligung an Belegschaftsaktienprogrammen, da es für Mitarbeiter schwer nachvollziehbar sei, dass sich wegen der Steuerzahlungen das Nettogehalt verringere, obwohl das Unternehmen die Aktien unter dem Marktpreis ausgibt. Der steuer- und sozialabgabenfrei mögliche Höchstbetrag für Mitarbeiterbeteiligungen sollte daher nach Ansicht des Deutschen Aktieninstituts auf mindestens 1.000 Euro pro Jahr erhöht werden.

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Mehr Anreize für Vermögensbildung der Arbeitnehmer

Anlässlich der Verabschiedung des 5. Armuts- und Reichtumsberichts äußerte der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karl Schiewerling, die Sorge, dass in Deutschland das Vermögen im europäischen Vergleich statistisch gesehen auf relativ wenige Personen verteilt ist. „Diese Entwicklung sollte sich nicht verfestigen. Hier muss der Staat mit Eigenheimförderung, Baukindergeld oder Mitarbeiterkapitalbeteiligung Anreize für Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand setzen“. Die Union setze sich dafür ein, dass noch mehr Menschen vom wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand profitieren, so Schiewerling in einer Pressemitteilung vom 12. April 2017.

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[Bildquelle: Teamfoto Marquardt. Dieses Foto ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland) lizenziert.]

Mitarbeiterbeteiligung stärker fördern

Der Frankfurter CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Zimmer fordert eine bessere steuerliche Förderung der Mitarbeiterbeteiligung. Da die betriebliche Altersvorsorge bislang sehr stark auf festverzinslichen und damit deutlich geringer rentierlichen Anlagen basiert, wären Anlagen in höher rentierliche Unternehmensbeteiligungen eine ideale Ergänzung und könnten zur Stärkung der Attraktivität der Betriebsrenten beitragen, so Zimmer in einer Pressemitteilung vom 24. März 2017. Derzeit befindet sich das Betriebsrentenstärkungsgesetz im parlamentarischen Verfahren mit dem der steuerfreie Höchstbetrag in der kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung von 4 auf 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze angehoben werden soll. Zimmer fordert, diese Anhebung auch für Mitarbeiterkapitalbeteiligungsmodelle nachzuvollziehen. „Mit einer steuerlichen Gleichbehandlung von betrieblicher Altersvorsorge und materieller Mitarbeiterbeteiligung könnten wir meines Erachtens beide Vorsorgemöglichkeiten stärken, wenn durch eine mögliche spätere Übertragung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung in die betriebliche Altersvorsorge keine Steuer- und Beitragspflicht ausgelöst wird“, so Zimmer weiter.

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Neue Zahlen zur Mitarbeiterbeteiligung in Europa

Immer mehr europäische Aktiengesellschaften machen ihre Mitarbeiter zu Aktionären. Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise ist in Europa die Zahl der Unternehmen, die ihren Mitarbeitern ein Belegschaftsaktienprogramm anbieten, in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Waren es 2009 noch 39 Prozent so beteiligten in 2016 53 Prozent der europäischen Aktiengesellschaften ihre Mitarbeiter als Anteilseigner an der wirtschaftlichen Entwicklung. Darüber hinaus verdoppelte sich in demselben Zeitraum auch das Anlagekapital auf durchschnittlich 23.000 € pro Belegschaftsaktionär. Deutschland ist im europäischen Vergleich in der unteren Hälfte zu finden. Hier bieten nur 39 Prozent der Aktiengesellschaften ein Belegschaftsaktienprogramm an. Im Durchschnitt kommt jeder beteiligte Mitarbeiter auf ein Anlagewert von 17.000 €.

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Neue Studie: Mitarbeiterbeteiligung wirkt

Die Beteiligung der Mitarbeiter am Kapital der Unternehmen wirkt sich grundsätzlich positiv auf die Leistungs- und Überlebensfähigkeit der Unternehmen sowie auf die Einkommen der Mitarbeiter und deren Arbeitsplatzsicherheit aus. Gesamtwirtschaftlich könne die Mitarbeiterbeteiligung somit sowohl zur Stabilität der Wirtschaft als auch zur Verringerung der ökonomischen Ungleichheit in der Gesellschaft beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt der Harvard Ökonom Douglas Kruse nach Auswertung von über 100 Studien weltweit. Das mit der Beteiligung verbundene finanzielle Risiko für die Mitarbeiter sei zwar ein ernstzunehmender Kritikpunkt, würde im Allgemeinen allerdings durch höhere Einkommen und Arbeitsplatzsicherheit minimiert. Alles in allem würden diese Vorteile eine staatliche Förderung der Mitarbeiterbeteiligung rechtfertigen, so Kruse.

Die Arbeit von Douglas Kruse wurde im Dezember unter dem Titel „Does employee ownership improve performance?“ als Beitrag des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn veröffentlicht. Der Beitrag finden Sie als Download >>hier

AGP Mitteilungen 2016

Auch in diesem Jahr haben wir wieder Neues, Wissenswertes und Interessantes rund um das Thema Mitarbeiterbeteiligung zusammengetragen. Mit Ausblick auf die anstehende Bundestagswahl im nächsten Jahr haben wir in dieser Ausgabe die gesellschaftspolitischen Aspekte der Mitarbeiterbeteiligung stärker in den Fokus gerückt. Angesichts der ungleichen Vermögensverteilung und der Negativzinsen sind wir der Überzeugung, dass das Thema Vermögensbildung und Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter mehr öffentliche Aufmerksamkeit erhalten muss und dringend auf die politische Agenda gehört. Mit der aktuellen Ausgabe wollen wir einen ersten Schritt dazu leisten und hoffen, auch diesmal eine lesenswerte Lektüre zu bieten. Sie finden die Ausgabe als E-Paper >>hier

Mitarbeiterbeteiligung in Europa im Trend

Die jüngsten politischen Entscheidungen für mehr Mitarbeiterkapitalbeteiligung in Europa sind positiv. Dies bestätigt die Europäische Föderation für Mitarbeiterkapitalbeteiligung (EFES) aus Brüssel in ihrer neuesten Ausgabe "Barometer der Mitarbeiterkapitalbeteiligungs-Politik in Europa".

Mit Ausnahme von Frankreich zielten die jüngsten politischen Entscheidungen zur Mitarbeiterkapitalbeteiligung in Europa auf einen Ausbau der steuerlichen Anreize. So bereitet aktuell die polnische Regierung eine entsprechende Gesetzgebung vor. Die schwedische Regierung erwägt die Einführung von Steuervergünstigungen für kleine und mittlere Unternehmen ab 2018. Und auch in Irland sollen ebenfalls in 2018 neue Anreize für Beteiligungsangebote kleiner und mittlerer Unternehmen geschaffen werden.

Diese neuen Entwicklungen bestätigen für EFES Hauptgeschäftsführer Marc Mathieu den seit 2013 zu beobachtenden positiven Trend. "Nach einer Periode der Unsicherheit im Anschluss an die Finanzkrise laufen die meisten politischen Entscheidungen in den europäischen Ländern auf eine bessere Förderung und Entwicklung der Mitarbeiterbeteiligung hinaus. Die europäischen Länder waren diesbezüglich noch nie so einig. Europa ist auf dem richtigen Weg", so Mathieu.

Das „Barometer“ ist auf www.efesonline.org verfügbar.

Erinnerung an Philip Rosenthal

Philip Rosenthal wäre am 23. Oktober 100 Jahre alt geworden. Der 1916 in Berlin geborene Porzellan-Unternehmer, beteiligte nach dem Krieg als einer der ersten die Mitarbeiter am Unternehmen und wurde dafür von Unternehmerkollegen als Sozialist gescholten. Auch in der Politik und den Unternehmerverbänden galt der politisch engagierte Chef des gleichnamigen weltbekannten Porzellanherstellers als unbequemer Querdenker. Er glaubte an soziale Gerechtigkeit und wollte die Ungleichheit zwischen Vermögenden und Lohnabhängigen verringern, indem er aus Arbeitnehmern Kapitalisten machen wollte.

Nach seiner Überzeugung konnten die Arbeitgeber den Arbeitnehmern deutlich mehr zahlen, als der Verteilungsspielraum eigentlich hergab - vorausgesetzt, der zusätzliche Lohn blieb als Eigenkapital in den Betrieben. Über Tarifverträge und staatliche Subventionen sollte jeder deutsche Arbeitnehmer binnen zehn Jahren ein Vermögen im Gegenwert eines durchschnittlichen Jahreseinkommens bilden können.

Um sein Anliegen bundesweit durchsetzen zu können trat er 1969 in die SPD ein und lies sich in den Bundestag wählen. Als Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium unter der Regierung Willy Brandt versuchte er die Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand voran zu bringen, scheitert jedoch am Widerstand der Arbeitnehmerverbände und dem der Gewerkschaften. Im November 1971 trat er schließlich wegen Differenzen mit Wirtschaftsminister Schiller über das Tempo der Umsetzung der Arbeitnehmerbeteiligung zurück.

Philip Rosenthal starb 2001 im Alter von 84 Jahren und liegt im Garten von Schloss Erkersreuth bei Selb begraben.



Kapitalbeteiligung statt Umverteilung

Kapital konzentriert sich im 21. Jahrhundert nicht zuletzt durch die abnehmende Bedeutung des Arbeitseinkommens immer stärker in den Händen einer kleineren Bevölkerungsgruppe, wie Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse der Anlagegesellschaft Allianz Global Investors in seinem Aufsatz „Kapitalbeteiligung im 21. Jahrhundert: Antwort auf Thomas Piketty“ feststellt. Während Thomas Piketty jedoch vor allem eine Vermögenssteuer als Lösung gegen diese Ungleichheit vorschlägt, spricht sich Naumer dafür aus, die Arbeitnehmerseite an der zunehmenden Bedeutung des Kapitals stärker zu beteiligen. Seinen Berechnungen zu Folge können selbst kleine Sparbeiträge zur umfangreichen Kapitalbeteiligung der Erwerbstätigen führen, was wiederum die Kapitaleinkünfte stärkt und insgesamt eine von Piketty geforderte Umverteilung obsolet erscheinen lässt.

>>Kostenpflichtiger Bezug über SpringerLink

Beteiligung verbessert die Arbeitszufriedenheit

Eine Studie des interdisziplinären Forschungszentrum CEP (Centre for Economic Performance) der London School of Economics and Political Science (LSE) zeigt, dass die Zufriedenheit der Arbeitnehmer mit ihrer Arbeit nicht nur von der Höhe ihres Gehalts abhängig ist sondern auch von der Art, in welcher Form sie vergütet werden. Alex Bryson, Andrew E. Clark, Richard B. Freeman und Colin P. Green weisen in ihrer Arbeit einen belastbaren positiven Zusammenhang zwischen der Arbeitszufriedenheit und gruppenorientierten Vergütungssystemen wie Gewinnbeteiligungen, Boni und Kapitalbeteiligungen nach. Die Autoren fanden heraus, dass insbesondere Kapitalbeteiligungen, die im englischsprachigen Raum als „share capitalism“ bezeichnet werden, positive Folgewirkungen auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter haben. Unter anderem konnten die Autoren belegen, dass selbst bei schlechten Arbeitsbedingungen negative Effekte auf die Arbeitszufriedenheit durch die Beteiligung der Beschäftigten am Unternehmenskapital abgeschwächt werden.

>>Download der Studie [182 KB]

Wechsel im AGP Vorstand

Nach fünfjähriger Amtszeit hat Walter Ernst auf eigenen Wunsch den Vorsitz des AGP-Vorstands an den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, Dr. Paul Reuter, übergeben. Er habe immer einen Plan gehabt, mit welchem Alter er seine ehrenamtlichen Aktivitäten reduzieren wolle, so Ernst, der im Herbst 72 Jahre alt wird. Ernst wird sich jedoch weiterhin als reguläres Vorstandsmitglied für die AGP und die Verbreitung der Mitarbeiterbeteiligung engagieren. Neue stellvertretende Vorsitzende wird Ilka Schulze, die seit 2015 dem AGP-Vorstand angehört.

In den AGP-Vorstand neu gewählt wurden Prof. Dr. Thomas Steger und Sven Huschke. Prof. Steger habilitierte 2006 an der Technischen Universität Chemnitz und ist seit 2011 Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre insbesondere Führung und Organisation an der Universität Regensburg. Sven Huschke übernahm nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule in Brandenburg die Leitung des Controllings der Cortado Holding AG aus Berlin und gehört seit dem Rechtsformwechsel zur Aktiengesellschaft in 2009 dem Vorstand an.

Ausgeschieden aus dem Vorstand der AGP sind nach dreijähriger Amtszeit Prof. Dr. Tobias Schäfers sowie Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof nach sechsjähriger Amtszeit. Beiden scheidenden Vorständen gilt der Dank der AGP für ihr Engagement.

Tagungsbericht 66. AGP Jahrestagung

Auf dem jährlich stattfindenden Branchentreff des Bundesverbands Mitarbeiterbeteiligung kamen in diesem Jahr rund 80 Fachexperten und Unternehmer am 2 Juni in München-Unterschleißheim zusammen, um einen Blick auf die Zukunft der Arbeit zu werfen. Unter dem Motto „Menschen machen Wirtschaft“ widmete sich die gemeinsame Tagung des Bundesverbands Mitarbeiterbeteiligung, der Baader Bank AG und Rödl & Partner der Rolle der Mitarbeiterbeteiligung in einer sich verändernden Arbeitswelt, in der Selbstbestimmung, Partizipation und Potentialentfaltung zu wesentlichen Vorrausetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg werden wird. Das Prinzip der „Teilhabe“ stellt nicht nur eine wichtige Antwort auf die Herausforderungen von Arbeit 4.0 / Zukunft der Arbeit dar, sondern schafft auch schon heute eine Unternehmenskultur auf Augenhöhe, die mehr Identifikation und Bindung ermöglicht und eine bessere Performance hervorbringt, so der Tenor der Tagung.

>>Download Tagungsbericht [2.027 KB]

Cortado ist AGP Sterne Preisträger 2016

Die Cortado Holding AG aus Berlin wurde am 2. Juni in München für ihre partnerschaftliche Unternehmenskultur und ihr beispielhaftes Mitarbeiterbeteiligungsprogramm mit den „AGP Sternen 2016“ ausgezeichnet. Sven Huschke, Chief Financial Officer, nahm den Preis am Donnerstagabend für Cortado entgegen. „Cortado ist eine der wenigen nicht-gelisteten Aktiengesellschaften, die ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Aktionären macht. Das Prinzip Mitarbeiterbeteiligung ist dabei prägend für das gesamte Unternehmen und seine partnerschaftliche Unternehmenskultur. Wenn wir in die „Zukunft der Arbeit“ schauen, so finden sich bereits viele der neuen Arbeits-, Kooperations- und Entscheidungsformen, die gemeinhin mit dem Stichwort Arbeit 4.0 beschrieben werden, schon heute bei Cortado. Doch bei aller positiven Gestaltung des Arbeitsumfelds hat das Unternehmen auch erkannt, dass Arbeitszufriedenheit nicht nur durch eine schöne Arbeitsumgebung wächst, sondern dass die finanzielle Teilhabe der Mitarbeiter ein ebenfalls wesentlicher Faktor für Zustimmung und Vertrauen und damit für die Leistungsfähigkeit des Unternehmens ist“, begründete Walter Ernst die Entscheidung des AGP Vorstands für die Auszeichnung.

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Vermögensungleichheit - AGP fordert mehr Teilhabe

In der aktuellen Debatte um die in Deutschland bestehende Kluft zwischen Arm und Reich fordert der Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung - AGP eine stärkere Teilhabe der Arbeitnehmer am Kapital der Unternehmen. Angesichts der jüngsten Zahlen der Bundesbank zur Vermögensungleichheit in Deutschland müsse sich die Sozialpolitik wieder auf die Förderung der Eigentums- und Vermögensbildung in breiten Schichten der Bevölkerung konzentrieren, so der 1. Vorsitzende der AGP, Walter Ernst, um die Freiheit, Selbstständigkeit und Verantwortlichkeit des Einzelnen in unserer Gesellschaft zu stützen.

So fordert die AGP eine Anhebung der Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmersparzulage sowie des Steuerfreibetrags für Überlassungen von Unternehmensanteilen durch den Arbeitgeber. Darüber hinaus fordert der Verband von der Politik, dass das bereits vorhandene Angebot an Informationen zur Mitarbeiterkapitalbeteiligung, das beispielsweise vom Wirtschaftsministerium bereitgestellt wird, ausgebaut sowie prominenter platziert und thematisiert wird.

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Warum sich die Vermögenspolitik ändern muss

Der Leitartikel der aktuellen Spiegel-Ausgabe Nr. 8 2016 widmet sich dem "Unvermögen" der Deutschen ihr Geld zu vermehren. Neben mangelhafter ökonomischer Grundbildung und der Angst der Deutschen vor dem Risiko kritisiert der Beitrag auch die einseitige Förderung der betrieblichen und privaten Altersvorsorgeprodukte, von denen vor allem die Versicherungswirtschaft profitiert. Der Idee der "Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand" wird dagegen ein schwerer Stand bescheinigt. Auf offener Bühne würde diese Idee bejubelt, doch wenn die Pläne in einen Gesetzestext gegossen werden sollen, scheitern sie am Argwohn der Bürokraten, an den Einwänden der Interessengruppen und am Desinteresse von Arbeitgebern und Gewerkschaften, so heißt es im Spiegel.

>>Forderung der AGP für eine Agenda Mitarbeiterkapitalbeteiligung

AGP ist neues Mitglied der ZAAG

Die „ZukunftsAllianz Arbeit & Gesellschaft“ (ZAAG) steht für Fortschritt im System Arbeit als auch in allen damit kommunizierenden gesellschaftlichen Bereichen. Zielsetzung der ersten cross-sektorale Plattform von Akteuren der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Bildung ist es, wichtigen Akteuren in Arbeit und Gesellschaft eine authentische, verbindende und öffentliche wie politisch gehörte Stimme zu geben. Als „ÜbermorgenMacher“ will die ZAAG Zukunftskonzepte, Forderungen und Innovationsimpulse in fünf Handlungsfeldern entwickeln und anstoßen:

• Verantwortliche (Unternehmens-) Führung
• Zukunft von Bildung, Wissenserwerb und Wissensaustausch
• Individualisierung und Vielfalt der Gesellschaft
• Demografischer Wandel, Generationen-Fairness und Einwanderung
• Zukunftsfähigkeit durch Transformation und Innovation.

„Vor dem Hintergrund technologischer wie demografischer Umbrüche als auch großer Migrationsbewegungen bedarf es Organisationen, die für eine humane Zukunft von Arbeit und Gesellschaft stehen. Als erste cross-sektorale Allianz zukunftsorientierter Vereinigungen und Persönlichkeiten bündeln wir Kräfte für eine starke, im öffentlichen Raum gehörte Stimme und für spürbare Reformimpulse“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Thomas Sattelberger anlässlich der Vereinsgründung im Juli letzten Jahres in Frankfurt am Main.

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Mitarbeiteraktien im Finanztest

Viele börsennotierte Firmen bieten ihren Beschäftigten Mitarbeiteraktien zu günstigen Konditionen an. Finanztest hat erstmals untersucht, welche günstigen Möglichkeiten des Aktienbezugs die Firmen aus den Aktienindizes Dax und MDax ihren Mitarbeitern anbieten und wie solche Programme gestaltet sind. Die Finanztest-Experten erklären, welche Regelungen für Mitarbeiter-Aktienprogramme in den Dax- und MDax-Unternehmen gelten, wie Anleger, die in Einzelaktien investieren, ihr Risiko minimieren können und welche Steuerregeln für den Bezug von Belegschaftsaktien gelten. Der Beitrag sowie die gesamte Finanztest-Ausgabe 02/2016 sind kostenpflichtig auf der Internestseite von Stiftung Warentest freischaltbar.

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