Mitarbeiterkapitalbeteiligung – Verbände sehen klaren Handlungsbedarf seitens der Politik

[Kassel, 28. Mai 2015] In dem heute veröffentlichten Appell „Für eine Agenda Mitarbeiterkapitalbeteiligung“ fordern zehn namhafte Verbände von der Politik, die Rahmenbedingungen für Mitarbeiterkapitalbeteiligung zu verbessern und sich so für eine stärkere Verbreitung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung in deutschen Unternehmen einzusetzen. Zu den Mitinitiatoren der „Agenda Mitarbeiterkapitalbeteiligung“ zählen u.a. die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände – BDA, der Bundesverband der Deutschen Industrie – BDI, das Deutsche Aktieninstitut – DAI und der Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung – AGP. In der Agenda bringen die Verbände ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass die Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivkapital eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern fördert und gleichzeitig mehr Arbeitnehmern die Möglichkeit eröffnet, am Wachstum ihres Unternehmens und am Produktivkapital der Wirtschaft teilzuhaben.

Die Verbände appellieren in ihrem Aufruf, die Mitarbeiterkapitalbeteiligung wieder auf die politische Agenda zu setzen und damit dem Aufruf des Europäischen Parlaments zu folgen, das Anfang 2014 die Mitgliedstaaten zu mehr Engagement für die Verbreitung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung aufgefordert hatte. „Ohne die Unterstützung seitens der Politik wird die Mitarbeiterkapitalbeteiligung in Deutschland weiterhin ein Nischendasein führen“ mahnt Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts und Mitinitiatorin des Aufrufs. „Die breite Unterstützung des Appells“, so Bortenlänger, „spiegelt die Bedeutung des Themas Mitarbeiterkapitalbeteiligung für die deutschen Marktakteure wider“.

Konkret fordern die Verbände den bürokratischen Aufwand, der mit Mitarbeiterkapitalbeteiligungen einhergeht, deutlich zu verringern. Wichtig, so die Verbände, ist es auch, dass das bereits vorhandene Angebot an Informationen zur Mitarbeiterkapitalbeteiligung, das beispielsweise vom Wirtschaftsministerium bereitgestellt wird, ausgebaut und prominenter platziert wird. Schließlich sollte die Politik die Einführung von Mitarbeiterkapitalbeteiligungen angemessener fördern. Darüber hinaus setzen sie sich für eine Harmonisierung der Regeln zur Mitarbeiterkapitalbeteiligung auf europäischer Ebene ein, damit die Unternehmen Mitarbeiter an ausländischen Standorten leichter in die Programme zur Mitarbeiterkapitalbeteiligung einbeziehen können.

Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung führt in Deutschland immer noch ein Nischendasein. Nach aktuelle Schätzungen des Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung - AGP beteiligen nur rund 4.000 Unternehmen ihre Mitarbeiter am Kapital. Wie wenig dies im internationalen Vergleich ist, verdeutlichen Zahlen zur Belegschaftsaktie. Diese ist die unter den Mitarbeitern am weitesten verbreitete Form der Kapitalbeteiligung. Während die Arbeitnehmer anderer europäischer Länder Belegschaftsaktien intensiv nutzen wie Frankreich (3,3 Mio. Arbeitnehmer) und Großbritannien (2,2 Mio. Arbeitnehmer), betrug die Zahl der Belegschaftsaktionäre in Deutschland nur etwas mehr als 0,8 Mio. (Jahr 2014). Das ist eine sehr niedrige Zahl, vor allem wenn man bedenkt, dass es um die Jahrtausendwende noch mehr als 1,6 Mio. Mitarbeiteraktionäre in Deutschland gab.

>>Download Pressemitteilung [56 KB]

>>Download Agenda Mitarbeiterkapitalbeteiligung [243 KB]

Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung - AGP